Kaffee als Medizin
Koffein verscheucht die Müdigkeit, l
sst das Herz schneller schlagen und f
rdert die Harnproduktion. Zu viel geht auf die Nerven. Schlechte Stimmung, Unruhe oder Schlafst
rungen k
nnen die Folge sein. 11.000 Tonnen schlucken die Bundesbürger j
hrlich, in Kaffee, Tee, Cola und Energy-Drinks, aber auch in Kakao und Schokolade. Kaum einer lebt koffeinfrei. Aber ist der Muntermacher harmlos, oder kann er der Gesundheit schaden
In der Regel ist Entwarnung angesagt. Für Menschen mit niedrigem Blutdruck ist Koffein sogar eine Medizin, die den Kreislauf ankurbelt. Auch wer unter Bluthochdruck leidet, darf Kaffee oder Tee in Massen genie
en. Bei Herzgesunden kann der Blutdruck danach sogar leicht abfallen, weil sich die gro
en Kreislaufgef
e entspannen und erweitern. Und mancher Patient mit Herzmuskelschw
che fühlt sich danach sogar leistungsf
higer. M
glicherweise zieht sich der Herzmuskel unter Koffein kraftvoller zusammen.
Auf Herz und Kreislauf wirkt Koffein aber flüchtig und unberechenbar. Medikamente kann es nicht ersetzen. Aufpassen muss auf jeden Fall, wer unter bestimmten Herzrhythmusst
rungen leidet. Denn wenn der Herzschlag stolpert, kann Koffein das Herz vollends aus dem Takt bringen. Zu viel Kaffee am Tag kann jedoch das Risiko für einen Herzinfarkt erh
hen. Dagegen k
nnen drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung senken, zeigte eine neue Studie. Und: M
nner, die Kaffee trinken, haben deutlich seltener Gallensteine.
Koffein wirkt rasch. Eine halbe Stunde nach der Kaffeepause ist der Spitzenwert erreicht. Ein bis zwei Tassen machen müde Menschen in der Regel munter. Wie viel jedem wohltut, ist aber unterschiedlich. Auch für die Zubereitung gibt es keine allgemeingültige Empfehlung. Und ob Filterkaffee, Espresso oder Mokka am besten kommt, ist individuell verschieden.
Koffein steckt nicht nur in Lebens-und Genussmitteln, sondern auch in Medikamenten, z.B. in manchen Kopfschmerztabletten. Denn Koffein verengt die Blutgef
e im Gehirn. Bei Kopfschmerzen sollte man aber nicht in jedem Fall sofort koffeinhaltige Tabletten kaufen, sondern zum Arzt gehen. Denn wer unter einer echten Migr
ne leidet, bekommt zun
chst andere Medikamente. In bestimmten F
llen kann aber eine Kombination sinnvoll sein. Bei der Entstehung einer Tablettenabh
ngigkeit spielt Koffein wahrscheinlich kaum eine Rolle. Denn die Dosierung in Schmerztabletten ist sehr gering. Koffein kann jedoch die Wirkung von anderen Medikamenten beeinflussen. Wer Medikamente einnimmt, die mit Koffein in Wechselwirkungen treten, sollte deshalb seinen Arzt fragen, ob oder wie viei Kaffee er trinken darf.
Ihren Kaffeekonsum bremsen sollten auch Schwangere. Selbst wenn die Mutter noch nichts spürt, l
sst sich eine Koffeinwirkung aufs Ungeborene nachweisen. Schwedische Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich das Fehlgeburtsrisiko bei mehr als fünf Tassen pro Tag verdoppelt. Die Kinder exzessiver Kaffeetrinkerinnen sind auch deutlich
fter zu leicht bei der Geburt. Drei Tassen Kaffee pro Tag gelten als unsch
dlich für Mutter und Kind. Wenn der Nachwuchs glücklich auf der Welt ist, macht Kaffee nicht nur die Mutter munter. Auch das Kind erh
lt seinen Anteil über die Muttermilch und schl
ft danach m
glicherweise schlecht. Denn w
hrend die Mutter in fünf Stunden die H
lfte abbaut, wirkt das Koffein im K
rper eines Neugeborenen tagelang. Das Kind kann den Stoff nur sehr langsam abbauen und ausscheiden.
Koffein steigert auch die Aufmerksamkeit und Aktivit
t. Diese Eigenschaften brachten den Kaffee schon vor langer Zeit in Verruf: 1511 sollten die Gelehrten kl
ren, ob der Koran den Genuss von Kaffee zul
sst. Die Experten fanden heraus, dass Kaffee zwar nicht trunken mache wie etwa Wein. Nach ihrem Gutachten soll der Kaffee jedoch den Verstand verdoppeln. Die Kaffeeh
user lie
en sie dennoch schlie
en-als
St
tten des Aufruhrs
“
. Welche Kaffeesorten wirken besonders gut
A.Es kommt darauf an, wie viel man trinkt. B.Es ist bei jedem einzelnen anders. C.Es hngt von der Zubereitung ab.